Ein Grazer lebt gefährlich

Horst Stelzl übernimmt für Horst Buchholz die Stunts im Streifen "Unser Mann aus Istanbul"

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Pressetext von H. A. Michl (1965)

Ein Filmstar ist kostbar. Das läßt sich an seiner Gage ermessen. Fünf Millionen Schilling die Horst Buchholz für seinen neuesten Film "Der Mann aus Istanbul" bekommt, sind kein Pappenstiel. Buchholz "macht Geld" und andere machen mit ihm Geld. Darum muß Horst Buchholz auch einiges tun, was den Zuschauern eine Gänsehaut über den Rücken laufen läßt. Er muß zum Beispiel von einer zwanzig Meter hohen Brücke in den Bosporus springen oder auf dem schlanken Turm eines 40 Meter hohen Minaretts mit den starken Fäusten von Unfreundlichen Männern fertig werden. Richtig gesagt er muß nicht einmal so tun als ob. In diesen Fällen braucht er nur zuzusehen, denn der besorgte Filmproduzent hat ein Double, einen stand-in, engagiert, der sich für Buchholz prügeln lässt und in Wasser springt.

Horst Buchholz´ Double ist der 26jährige Grazer Horst Stelzl. Er ist alles mögliche, unter anderem auch Reporter, und so lernte er auch einmal Buchholz kennen. Sie wurden Freunde. Und als Buchholz vom spanischen Regisseur Antonio Isasi die Rolle eines Playboys mit dem schönen Beinamen "Der Mann von Istanbul" erhielt, da erinnerte sich der eine Horst an den anderen Horst. Seitdem macht Horst Stelzl für Horst Buchholz im Film waghalsige und gefährliche Sachen, die auch dann noch gefährlich sind, wenn der Trickkünstler an der Kamera noch ein bißchen nachhilft. Unterdrehen oder Überdrehen nennt man das.

Zum Beispiel: Buchholz steig ins Auto, lächelt maliziös am Steuer. Großaufnahme. Das Drehbuch schreibt vor: Buchholz braust mit seinem Sportwagen mit sechzig Sachen um eine Kurve. Buchholz denkt nicht daran. Er steigt aus. Dem blonden Horst Stelzl hat man eine dunkle Perücke übergestülpt. Er setzt sich an Steuer. Braust davon. Buchholz schaut zu. Der Zuschauer im Kino sagt: "Ein Teufelskerl dieser Buchholz!"

Foto:

Christiane Maybach (links), Horst Buchholz (Mitte), Horst Stelzl (Rechts)

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Ein Stuntmen lebt Gefährlich!
Horst Stelzl agiert als Stuntman und Kameramann für den Streifen: Kommissar X - Die drei grünen Hunde

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Stelzl, der seit seinem vierten Lebensjahr reitet, wurde von Produzent Horst Wendland für seine Winnetou Filme engagiert. In diesen Filmen vertrat er Pierre Brice, Lex Parker und Stewart Granger. Auch für andere Stars wie Ken Clark, James Coburn, Giuliano Gemma, Sean Flynn riskierte er sein Leben. Auch in den Filmen "Kommissar X" und Agent 3S3 hat er die Stars vertreten. Bisher konnte Stelzl in 31 Filmen, in sechs sogar als "gefährlicher Kameramann" mitwirken. Als gefährlicher Kameramann muß er die Kamera an Autos, Flugzeugtragflächen und Wagondächern anbringen. Den Pilotenschein erwarb Stelzl schon beim Bundesheer. Als er noch als Kameramann arbeitet, kam es öfter vor, daß das engagierte Double verletzt wurde. "dann bin ich eben eingesprungen" meinte Stelzl. Den letzten Schliff so behauptet Stelzl habe er von dem mexikanischen Stuntman Ricardo Rodriguez bekommen den er auch für sein größtes Vorbild hält. Seinen ständigen Wohnsitz falls man diesen überhaupt so bezeichnen darf, da er ja ständig unterwegs ist, hat Horst Stelzl in Istanbul. Unsere Steuer hat ihn aus Österreich vertrieben. Er, der für die vor allem wegen ihrer Tapferkeit bewunderten Filmschauspieler seine Haut zum Markt trägt und gegebenenfalls auch für Schauspielerinnen in Frauenkleider schlüpft, hat sozusagen Blut geleckt. "Man kann damit viel Geld verdienen, aber besonders aufregend ist diese Arbeit nicht!"

Derzeit gibt es in Europa fünf, die diese Arbeit zum Beruf gemacht haben. Davon vier Italiener und ein Österreicher...

In diesem Streifen war Horst Stelzl als Stuntman und zusammen mit Freund und Schwager Alexander "Xandl" Posch  auch als Kameramann vertreten.

 

Auf Youtube den gesamten Film gratis ansehen.

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